IdO: Das individuellste Hörgerät

Seit rund 50 Jahren gibt es auf dem Markt Hörgeräte, die im Ohr getragen werden. Im Gegensatz zum bekannteren HdO-System erfolgt die Anpassung hier komplett individuell. Schließlich ist jedes Ohr anders und verlangt allein aufgrund seiner Anatomie einzigartige Lösungen. Lösungen, die In Ohr Hörsysteme durchaus bieten. Nicht der einzige Vorteil der Geräte für den Einsatz im Ohr.

Biha – Bundesinnung der Hörgeräteakustiker KdöR, Im Ohr Hoergeraet Knopf copyright biha, Zugeschnitten & Farbe angepasst, CC BY-SA 3.0

Im Ohr Hörgeräte – eine Modellübersicht

Im Prinzip funktionieren In Ohr Hörgeräte ebenso wie Hinter dem Ohr Systeme. Der aufgenommene Schall wird im Gerät verarbeitet und in den Gehörgang weitergeleitet. Konkret unterschieden werden vier im Ohr Bauarten.

  • ITE / Concha: die klassische Variante der Im Ohr Hörgeräte. Das Gehäuse sitzt direkt in der Ohrmuschel, daher auch der Beiname Concha-Gerät und die englische Bezeichnung „in the ear“. Diese Ausführung ist die optisch auffälligste unter den Im Ohr Hörgeräten und wird daher meist mitsamt eines Gehäuses im Farbton der Haut angeboten. Das Gehäuse wird anhand eines genommenen Abdrucks der Ohrmuschel angefertigt und ist passgenau auf den Patienten abgestimmt. Das gute Platzangebot in der Ohrmuschel ermöglicht bei diesem IdO eine einfache Bedienung und einen leicht zugänglichen Batteriewechsel ebenso wie individuelle Programmerweiterungen und das Anbringen von Richtungsmikrofonen.
  • ITC: „In the canal“ sitzen diese Vertreter der IdO-Hörgeräte. Sie sind bereits weitaus unauffälliger als die Concha-Lösungen, denn das Gehäuse der Hörhilfe ist nur am Eingang des Gehörkanals leicht sichtbar. Die Ohrmuschel selbst bleibt frei. Ein guter Kompromiss zwischen der eher auffälligen ITE- und der dezenten, aber leistungsschwächeren CIC-Variante.
  • CIC: Im Ohr und zwar wirklich komplett im Gehörgang („completely in the canal“) sitzen die CIC Hörgeräte. Das hat zum einen eine absolut dezente Optik, zum anderen aber Abstriche in der möglichen Technik zur Folge. Mittels eines Nylonfadens kann dieses Im Ohr Gerät aus dem Ohr entnommen werden, um einen Batteriewechsel oder eine Reparatur durchführen zu können.
  • IIC: Noch kleiner als die ohnehin schon winzigen CIC’s, sind die komplett unsichtbaren IIC’s. Daher auch der Name „invisible in the canal“. Hier sitzen die Hörgeräte sehr tief im Gehörgang und sind von außen auch aus nächster Nähe nicht sichtbar. Viel Platz hat die nötige Technik hier jedoch nicht, weshalb sich diese Form der In Ohr Hörgeräte nur für leichte Hörminderungen eignet. Diese komplett unsichtbaren Hörgeräte gibt es auch im Abosystem, zum Beispiel vom Hörgerätehersteller Phonak.

Vor- und Nachteile der IdO-Geräte

Je kleiner das Gerät, umso schwieriger wird in der Regel die Schallübertragung. Nehmen ITE’s den Schall noch direkt an der natürlichen Position vor der Ohrmuschel auf, kann es bei den kleineren Modellen schon zu Abstrichen in der übertragenen Schallqualität kommen. Einen weiteren Nachteil haben die dezenten Varianten, denn sie erlauben wenig Platz für die nötige Technik der In Ohr Hörgeräte. Gerade bei einem CIC oder IIC ist der Platz im Ohr sehr begrenzt – eine große Auswahl an verschiedenen Programmen oder spezielle Richtungsmikrofone sind hier kaum leistbar. Auch die kleineren Batterien verlangen nach einem häufigeren Wechsel.

Dennoch glänzen CIC und Co. durch deutliche Vorzüge. So machen sie beispielsweise beim Sport hervorragend mit. Anders als bei HdO-Geräten müssen Besitzer eines Im Ohr Hörgerätes keine Angst vor auftretendem Schweiß haben, der die feine Technik im Ohr beeinträchtigen könnte. Auch Brillenträger dürfen den Komfort genießen und müssen sich nicht mit unbequemen Brillenbügeln am Hörgerät plagen. Die individuelle Anpassung des ganzen Gehäuses und die Technik auf kleinstem Raum machen sich jedoch auch am Preis bemerkbar. Hörgeräte, die im Ohr getragen werden gehören zu den eher teuren Modellen.

Für wen eignen sich Im Ohr Hörsysteme?

Insgesamt sind Im Ohr Hörgeräte eine sehr gute Lösung für Menschen, die eine unauffällige Hörhilfe wünschen. Und das umso mehr, je kleiner das IdO ausfallen darf. Aber trotzdem kann nicht jeder ein CIC oder ITE tragen. Denn es bedarf eines bestimmten Mindestdurchmessers des Gehörgangs bzw. der Ohrmuschel. Auch Menschen, die vermehrt Ohrenschmalz produzieren, sollten sich die Anschaffung eines Im Ohr Hörgerätes gut überlegen. Denn das Sekret kann im schlimmsten Fall die feine Technik beschädigen. In Ohr Hörgeräte bedienen vor allem eine Zielgruppe mit leichtem mit mittlerem Hörverlust. Bisher gibt es nur wenige Hörgeräte dieser Bauart, die eine leistungsstarke Unterstützung für hochgradig hörbehinderte Menschen bieten.

Ob für Sie ein IdO in Frage kommt, können Sie bei einem Hörgeräteakustiker vor Ort erfragen. Wo genau, verraten wir Ihnen auf Anfrage gerne. Nutzen Sie einfach unser Formular oben auf der Seite. Weitere Modellvarianten haben wir Ihnen in unserer Übersicht zusammengestellt.

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