Hörverstärker: für komfortable Hörsituationen

Hörverstärker an sich haben mit dem Hörgerät selbst zunächst nichts zu tun. Denn sie verstehen sich als Alternative zu Hörgeräten.

Der aufgenommene Schall wird von ihnen verstärkt und an den Nutzer weitergeleitet – im Prinzip tun klassische Hörverstärker also genau das, was Hörgeräte auch tun. Da sie aber kein medizinisches Produkt sind und keinerlei Einstellungsmöglichkeiten für die individuelle Hörminderung bieten, ist ihr Nutzen als sehr begrenzt zu beurteilen. Zwar sind einfache Hörverstärker bzw. Hörhilfen wesentlich günstiger als Hörgeräte, verstärken aber nicht nur das interessante Gespräch mit dem Gegenüber, sondern auch störende Nebengeräusche. Für eine kurzzeitige Hörverbesserung sind diese Geräte möglicherweise einen Versuch wert. Wer langfristig besser hören möchte, kommt aber an richtig angepassten Hörgeräten nicht vorbei.Doch genau hier kommt das Thema Hörverstärker noch einmal zum Tragen.

Denn nicht nur die kleinen Schallverstärker werden so bezeichnet, sondern auch spezielle Hörverstärker für Hörgeräte. Diese sind kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur Versorgung mit medizinischen Hörhilfen. Was es auf dem Markt gibt und welche Lösung für welches Hörproblem interessant ist, beleuchtet dieser Artikel.

Hörgeräte Zubehör: Hörverstärker (Wireless Zubehör)

Grundsätzlich benötigen Menschen, die Hörgeräte nutzen, nicht zwangsläufig zusätzliche Hörverstärker. Aber in manchen Situationen leisten diese Zubehörteile durchaus komfortable Funktionen. Sie ermöglichen es, dass der Ton einer Schallquelle – beispielsweise die Stimme eines Redners auf Vorträgen, der Ton im Kino und Theater oder auch der Ton vom Fernseher oder Telefon, direkt in die Hörgeräte eingespielt wird. Sie hören also nicht die gesamte Atmosphäre im Kino, sondern direkt die Filmmusik und die Schauspieler über Ihre Hörgeräte.

Zusätzlich sorgen Hörverstärker in Form einer Fernbedienung für eine bequemere Bedienung der Hörgeräte. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um sog. Wireless-Zubehör ohne Kabel, das per Funk (Bluetooth), Induktion oder Infrarot funktioniert.

Manche Hörgeräte, beispielsweise das ReSound LiNX oder das Starkey Halo benötigen als Zubehör nur noch ein Smartphone, über das die Steuerung getätigt werden kann; eine separate Fernbedienung entfällt. Diese als Wearable Hörgeräte bezeichneten Systeme sind die technisch neueste Entwicklung und aktuell noch im hochpreisigen Sektor angesiedelt.

Bluetooth und Funk: Technik für jedermann

Bluetooth ist eine bewährte Funktechnik im Bereich Hörgeräte, die digitale Geräte nutzen können. Seit 2005 kommunizieren Hörgeräte über Bluetooth mit verschiedenen Endgeräten und bieten den Nutzern der Hörhilfen dadurch einen massiven Zugewinn an Klangqualität. Dabei brauchen Kunden für die Verbindung über Funk keine teuren Hörgeräte – mit dieser Technik kommen heute auch günstige Kassenmodelle zum Nulltarif klar.

Ob Musikhören, Fernsehen oder Telefonieren – mit Funk, insbesondere dem modernen Bluetooth, wird der empfangene Schall in einer ausgezeichnete Klangqualität auf die Hörgeräte übertragen. Im Gegensatz zum klassischen Hörverstärker ohne Hörgerät, ist der Klang z.B. vom Fernseher mit dieser Technik klarer und voller. Das Bluetooth-Signal empfangen Hörgeräte dabei immer über einen zwischengeschalteten Streamer.

Verbaut wird diese Technik vor allem in HdO-Geräten, da der Platzbedarf und der Stromverbrauch sich bisher nur selten zufriedenstellend mit den beengten Verhältnissen für Technik und Batterie eines IdO’s vereinbaren lassen. Die Reichweite bei Funk ist gut, Bluetooth 4.0 überwindet immerhin Entfernungen bis zu 100 Metern. Für den Alltag eine mehr als ausreichende Leistung.

Induktion: Hörverstärkung für Implantat und IdO

Wenn Funk und Bluetooth nicht möglich oder erwünscht sind, gibt es alternativ Hörgeräte, die mit Induktion funktionieren. Im Handel erkennt man diese Technik auch an den Bezeichnungen Induktions- oder T-Spule. Gerade sehr kleine Systeme wie Implantate oder Im-Ohr-Geräte profitieren von einem solchen Hörverstärker. Die Technik ist keinesfalls neu, wurde die erste Telefonspule für Hörgeräte doch bereits 1936 verbaut. Aber sie ist heute sehr ausgereift und setzt an einem immer noch alltäglichen Problem von Hörgeräteträgern an.

Auch wenn moderne Geräte meist über eine integrierte Störgeräuschunterdrückung verfügen, reicht diese manchmal nicht aus. In einem gut besuchten Vortrag, im Theater oder im Konferenzsaal mit Lautsprecherübertragung stoßen nicht wenige Hörhilfen schnell an ihre technischen Grenzen. Glücklicherweise finden sich heute in vielen öffentlichen Räumen Hinweise darauf, dass induktives Hören möglich gemacht wird, weil der Raum mit einer Induktionsschleife ausgestattet ist.

Induktionsschleifen arbeiten mit einem elektromagnetischen Feld, das vom Hörgerät empfangen wird. Wer also ein Hörgerät mit T-Spule besitzt, kann diese innerhalb eines solchen induktiven Hörumfeldes anschalten und unmittelbar von einer besseren Klangqualität profitieren. Der Ton kommt so deutlich am Hörgerät an, wie er vom Sprecher in sein Mikrofon abgegeben wurde. Ein spürbarer Zugewinn im Kino oder auch am Informationsschalter vieler Bahnhöfe.

Besseres Hören über Infrarot

Ähnlich wie beim Funk verhält es sich mit der Infrarottechnik. Hier braucht die Schallquelle stets einen Sender, wenn sie selbst nicht in der Lage ist, zu senden. Die Reichweite ist im Vergleich zu Funk und Bluetooth deutlich geringer und liegt bei etwa zehn bis zwölf Metern. Sie funktioniert nur einwandfrei, wenn keine Hindernisse zwischen Sender und Empfänger stehen, dafür ist sie aber vollkommen unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen. Hervorragend eignet sich diese Technik für ein besseres Sprachverständnis beim Fernsehen oder Musikhören.

Wireless-Zubehör für Hörgeräte gibt es heute von jedem Hersteller für vielerlei Situationen. Welcher Hörverstärker für Ihre Hörgeräte und Ihre alltägliche Hörumgebung sinnvoll ist, verrät Ihnen Ihr Hörgeräteakustiker vor Ort im Rahmen einer persönlichen Beratung. Wir von hoer-gut stellen den Kontakt gerne her und nennen Ihnen einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe. Alles, was Sie tun müssen, ist unser kostenloses Kontaktformular ausfüllen und abschicken. Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen.

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